Sonntag, 2. Dezember 2012

Ein Brief an die Weihnacht!

Hallo meine Lieben,

nun ist es also soweit. Der erste Advent ist da und läutet wie jedes Jahr die offizielle Weihnachtszeit ein. Auf unfassbar vielen Blogs findet man Adventskalender und Gewinnspiele. Der totale Overload! Dieser Blogpost wird der einzige sein, der was mit Weihnachten zu tun hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn euch meine Geschichte interessiert. Macht euch einen Kaffee oder Tee, denn das kann nun etwas länger dauern:) Aber es gibt auch noch eine Belohnung;)


Liebes Weihnachten,

weißt du noch früher, als ich ein Kind war? Da habe ich mich jedes Jahr auf dich gefreut. Als ich bereits im September die ersten Spekulatius in den Läden sah, war es um mich Geschehen. Meine Augen fingen an zu leuchten und ich fragte meine Mutter, wann wir endlich anfangen zu schmücken. Leider musste ich mich da noch ein wenig gedulden, denn der Sommer war gerade erst vorbei. Ich war aber trotzdem die Erste bei uns zu Hause, die eine bunte Lichterkette um den Fensterrahmen meines Zimmers aufhing. Ich habe diese Lichterkette geliebt, denn sie ließ mein Zimmer gleich viel gemütlicher und vor allem weihnachtlicher aussehen. Abends habe ich sie erst ganz kurz vorm Einschlafen ausgeschaltet und mich am nächsten Tag immer gefreut, dass es schon so früh dunkel wurde. Meine Mutter schmückte schließlich die ganze Wohnung und dann kam auch endlich unser Weihnachtsbaum, den ich zusammen mit ihr schmückte. Wir hatten viele selbstgebastelte Dinge, aber auch hübsche Kugeln in allen möglichen Farben. Damals war das ja so, alles bunt.

Wenn meine Mutter manchmal vom Einkaufen zurückkam, war ich immer ganz aufgeregt. Denn oft hatte sie das ein oder andere Geschenk für meine Geschwister oder für mich dabei. Sie tat dann immer ganz geheimnisvoll und schickte mich in mein Zimmer, während sie die Geschenke in ihrem Kleiderschrank versteckte. Ich muss gerade grinsen bei dieser Erinnerung. Denn immer, wenn ich gerade mal kurz alleine war, bin ich in ihr Schlafzimmer gestürmt um einen Blick in den Kleiderschrank zu werfen. Natürlich waren alle Geschenke schon sehr hübsch eingepackt und ich wäre niemals auf die Idee gekommen, einfach etwas auszupacken. Aber diese bunten Päckchen und Pakete machten alles noch viel aufregender und ich überlegte fieberhaft, was drin sein könnte. Natürlich hatte ich viele Wünsche, ich war schließlich ein Kind. Da ist es wohl normal, dass man mehr oder weniger mit Geschenken überhäuft wird. Selbstverständlich bin auch ich losgezogen, um Geschenke zu kaufen oder etwas zu basteln. Nichts allzu Großes, denn soviel Geld hatte ich ja auch nicht. Ich habe für meine Freunde Kassetten mit ihrer Lieblingsmusik aufgenommen und dafür stundenlang vorm Radio gesessen. Das Cover habe ich selbst beschriftet und verschönert. Und immer haben sich meine Freunde gefreut. 


Du hattest sogar deinen eigenen Markt in der Stadt und ich weiß noch, dass ich fast jeden Tag hingegangen bin. Es duftete nach frischen Waffeln und Zimt, einfach nach dir. Ich habe mich so wohl gefühlt. Manchmal brachtest du uns auch Schnee. Dann habe ich den ganzen Tag draußen verbracht und abends vom Fenster aus bei einem warmen Kakao und selbstgebackten Keksen die Schneeflocken beobachtet. Manchmal bin ich deswegen ganz schön spät eingeschlafen, aber ich wollte einfach keine Sekunde von dir verpassen. Als du dann endlich voll und ganz bei uns warst, war meine Mutter immer ziemlich gestresst. Sie stand den ganzen Morgen in der Küche. Ab und zu habe ich ihr geholfen und manchmal saß ich einfach vor dem Fernseher und habe deine Filme gesehen. Da gab es einen Film mit einem kleinen Jungen, der alleine zu Hause war und sich gegen zwei ziemlich dumme Einbrechern zur Wehr setzte. Danach war der Junge auch alleine in New York unterwegs. So schlug ich die Zeit tot, bis wir uns abends endlich als Familie an den Tisch setzten und ein superleckeres Essen genossen. Meine Mutter hatte sich selbst übertroffen. Nach dem Essen mussten wir mithelfen, den Tisch abzuräumen und machten gemeinsam den Abwasch. Wir drängelten natürlich, weil wir die Bescherung nicht erwarten konnten. Meine Mutter schickte uns alle aber erstmal in unsere Zimmer, damit sie alles in Ruhe vorbereiten konnte. Ich war so aufgeregt und gespannt, ob sich meine Wünsche erfüllten. Das Aufreißen der Geschenke war immer das Spannenste und ich war immer zufrieden mit meinen Geschenken. Ich hatte schon als Kind Verständnis dafür, wenn meine Mutter mir keinen größeren Wunsch erfüllen konnte. Ich wusste schon ziemlich früh, dass nicht der Weihnachtsmann für die Geschenke verantwortlich ist. Die beiden Weihnachtstage verbrachte ich damit, mit meinen neuen Sachen zu spielen, Musik zu hören und im Schnee zu toben. Und ich war so traurig, wenn du dann plötzlich wieder gehen musstest. Ich hatte immer das Gefühl, dass alle glücklich waren wenn du da warst. Und ich war auch immer glücklich.
So ging das über viele Jahre und ich bin dankbar, dass ich es so empfinden konnte.

Tja, nur leider wird jedes Kind mal erwachsen. Und als Erwachsener sieht man viele Dinge anders oder man wird gezwungen sie anders zu sehen. Ich hatte mich damals entschieden, im Einzelhandel arbeiten zu wollen und ich habe diese Entscheidung bis heute nicht bereut weil ich einfach gerne verkaufe und Menschen um mich herum habe. 


Aber wenn man anfängt in diesem Bereich zu arbeiten, sieht man auch mal die Kehrseite der Medaille. Wie es der Zufall wollte, fing ich meine Lehre in einem Kaufhaus an, in der Spielwarenabteilung. Und da, liebes Weihnachten, fand ich dich plötzlich nicht mehr so schön. Ich sah plärrende Kinder und genervte Eltern, die noch kurz vorm Fest die letzten Geschenke zusammenkaufen wollten. Vieles war schon ausverkauft und die Eltern hatten kaum Verständnis dafür, die Kinder natürlich noch weniger. Es war einfach stressig. Keinen Tag frei und sogar an Heiligabend noch arbeiten. Wie soll man sich da noch auf dich freuen?  Um mich herum soviele Menschen mit grimmigen Gesichtsausdruck und was man sich als Verkäufer alles anhören musste, weil man eben nicht Berge versetzen konnte. Anfangs habe ich sehr gerne Geschenke eingepackt und mir auch sehr viel Mühe dabei gegeben. Doch wenn man jahrelang im Dezember am laufenden Band und im Eiltempo Geschenke verpacken muss und dafür sogar Überstunden gemacht hat, ist das alles nicht mehr so lustig. 


Nicht mal zu Hause konnte ich mich auf dich freuen. Deine bunten Kugeln und Lichter hingen mir zum Halse raus und ich wollte am liebsten irgendwo hinfahren, wo es dich nicht gibt. Ich bekam den Eindruck, dass es den meisten Menschen doch eh nur um die tollsten und teuersten Geschenke geht. Besinnliche Zeit? Fehlanzeige! Seitdem ich erwachsen bin, kann ich dich nicht mehr leiden. Und ich wünsche mir so sehr, dass ich dich noch einmal mit den Augen von damals sehen könnte. Aber wie soll das gehen? Ich hatte und habe den Blick hinter den Kulissen und dadurch ist dein Zauber irgendwie verflogen. Ich wünschte mir so sehr, dass es nicht so wäre. Vor einigen Jahren habe ich beschlossen, mir nichts Materielles mehr zu wünschen, um wenigstens meinen Mitmenschen diesen Stress zu ersparen. Krampfhaft versuche ich jedes Jahr auf´s Neue, den Zauber von damals wieder aufleben zu lassen. Mir ist es wichtig, zumindest einen besinnlichen und gemütlichen Tag mit meiner Familie zu verbringen. Ohne Stress, mit lachenden Gesichtern und ohne Geschenke!  Dafür mit einem gutem Essen, dass wir gemeinsam genießen dürfen.

Also, liegt es nun an mir oder an dir, liebes Weihnachten? Hast du dich verändert oder ich mich? Oder vielleicht wir beide. Vielleicht kommen wir uns eines Tages wieder näher. Ich hoffe, du bist mir nicht böse dass ich schon seit Jahren kein bißchen für dich schmücke und versuche, dich zu ignorieren. Es liegt gewiss nicht an dir, sondern an mir, an uns Menschen. Wir haben Weihnachten zu dem gemacht, was es heute bei vielen ist. Ein Fest im Rausche des Konsums.



So, ich denke dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich danke allen, die wirklich bis zum Ende gelesen haben!

VERLOSUNG

Natürlich werdet ihr belohnt! Ich verlose eine Goodiebag von essence !



WAS IHR DAFÜR TUN SOLLT?
Ihr solltet über Google Friend Connect Leser meines Blogs sein/werden. 
Schreibt mir einfach in die Kommentare, was euch an Weihnachten stört oder was ihr an Weihnachten liebt oder vermisst. Erzählt mir einfach eure Geschichte. Sie muss nicht so lang werden wie meine:D Aber ich würde mich freuen, ein bißchen was von euch zu erfahren:)
Die Geschichte, die mir am besten gefällt, gewinnt die Goodiebag.
Da ich mich aber immer schlecht entscheiden kann, gibt es noch eine kleine Goodiebag zu gewinnen für die zweitschönste Geschichte:) Ihr habt bis zum 16.12.2012 20 Uhr Zeit!


BITTE MACHT NICHT MIT, WENN IHR EINFACH NUR WAS GEWINNEN WOLLT UND ÜBER GEWINNSPIELSEITEN HIERHER GEFUNDEN HABT! ICH MÖCHTE MICH MIT DIESEM KLEINEN GEWINNSPIEL VOR ALLEM BEI MEINEN LESERN BEDANKEN:) NATÜRLICH FREUE ICH MICH AUCH ÜBER NEU, INTERESSIERTE LESER:)



Kommentare:

  1. Wunderschöne Geschichte! Leider kann ich nicht so schön schreiben, also gibt es meine frei Schnauze ;)

    Ich liebe an Weihnachten vor allem das Essen! Bevor ich nicht die erste heiße Marone in der Gusche hab, kommt kein Weihnachtsfeeling auf. Auch Lebkuchen werden fast täglich verkasematuckelt. Und, ohne die ist die ganze Adventszeit null und nichtig, Oma's Spritzgebäck: 60% Butter, 35% Zucker und etwas Mehl als Alibi und damit es klebt. Herrlich! Verzichten könnte ich allerdings auf den Glühwein, ich finde das Zeug oberbäh und kann es nicht ausstehen, dass ich jedes Jahr mehrmals aufs neue erklären muss, dass ich dieses stinkende Zeug NICHT trinke ;D

    Was vermisse ich an Weihnachten? Die Unbeschwertheit, mit der ich als Kind dem ganzen Trubel begegnen konnte. Heutzutage als alte Schachtel muss ich mit n Kopp machen um Geschenke, wo wird gefeiert, was gibt es zu essen, wie muss ich arbeiten, wie erklär ich schon wieder, dass ich keinen Glühwein trinke... Früher hab ich an Heiligabend einfach ausgeschlafen, Lebkuchen und Plätzchen gefuttert, gebadet, die Haare gekreppt bekommen (das war früher DAS Highlight an Weihnachten, wenn Muttern mir und meinen Schwestern die Haare gekreppt hat!), ein schickes Kleid angezogen und daaaaann gab es endlich Geschenke <3 Ich hab mir übrigens als Kind viele, viele Jahre jedes Jahr aufs neue ein blaues Samtkleid mit weißem Spitzenkragen gewünscht - und es bis heute nie bekommen. Obwohl ich es mir aus Tradition immer noch jedes Jahr wünsche ;D Vielleicht wird es ja dieses Jahr was...

    Auf die Geschenke an sich bin ich allerdings schon lange nicht mehr soooo scharf. Das wurde mir etwas durch diese Selbstprofilierungskacke von Klassenkameraden oder Bekannten verleidet. Dass ich als eine von drei Kindern nicht drei Barbies kriege, sondern eine, damit auch meine Schwestern eine kriegen können, war da einigen nicht verständlich... Und das hat mich immer sehr geärgert. Aber da nicht nur ich ne alte Schachtel bin, sondern auch alle um mich herum, sind wir aus dem Alter alle raus :)

    Hach, mir fällt noch so viel ein, aber ich schreibe dann nur noch wirrer. Also, ich hoffe, meine Geschichte gefällt Dir. Eine wunderschöne Adventszeit wünsche ich Dir :)

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  2. Ich bin so froh, dass ich mit dem ganzen nicht alleine bin. Früher fand ich Weihnachten auch immer ganz toll und habe jedes Jahr drauf bestanden, den Weihnachtsbaum mit kaufen zu gehen und ihn auch mit zu schmücken.
    Nach einigen Differenzen aber sag ich nur noch: Weihnachten ist ein Familienfest und eine Familie hab ich nicht. Abgesehen von meinem Mann, aber dem gehts da noch schlechter als mir. Die Eltern kümmern sich nicht nur um ihn sondern auch nicht umeinander, denn sie sind geschieden und haben neue Partner. Ich bin mit meiner Familie total zerstritten.

    Dazu kommt, dass mir die ganze Weihnachtssache zu kommerziell wird. Jeder versucht, möglichst viel Profit aus diesem Fest zu schlagen und wenn man heute jemanden fragt, was der ursprüngliche Hintergrund von Weihnachten war, weiß das fast keiner mehr. Die Menschheit verkommt immer mehr.

    Ich find es wirklich toll, dass du das hier alles so klar stellst. Auch bei mir wird es keine Weihnachtsposts geben. winterbezogen wie mein aktuelles Nageldesign bestimmt, aber nichts mit rotgrüngoldweihnachtsgedöns..... will ich nicht und mach ich nicht, denn ich bin einfach ein Weihnachts"hasser" geworden und ausserdem gibt es, wie du schon sagtest, mehr als genug weihnachtliches in der Bloggerwelt.

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  3. dem wäre damit auch nichts mehr hinzuzufügen. Als Kind war die Aufgabe einfach nur sich auf Weihnachten zu freuen und beim Abwaschen zu helfen. heutzutage geht der Stress schon los, wenn man sich was wünschen soll. Ich will mir nichts wünschen. Wenn ich was haben möchte, dann kaufe ich mir das direkt oder warte, bis ich es mir hole. Das ganze artet als Erwachsener nur noch in Stress aus. Sicher ist es schön, abends gemütlich zu essen, aber das ganze stressige drumherum geht mir auch irgendwie auf den Keks. Noch dazu wenn man solo ist und die ganzen toll verliebten Päärchen sieht, die sich ja ach so lieb haben und sich dann einen Tag nach Weihnachten schon wieder stressen ohne Ende. Schön dürfte es in diesem Jahr werden, wenn die Augen meiner kleinen Nichte leuchten, wenn sie ihre Päckchen auspackt. Darauf freue ich mich am meisten (und auf die freien Tage). Macht Euch ne stressfreie Zeit und bitte berücksichtige diesen Post nicht für dein gewinnspiel, ich brauche das nicht, ist ja alles für Frauen ;o)

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  4. So langsam komme ich mir vor wie ein Stalker, wenn ich auf fast jeden deiner Einträge ein Kommentar schreibe (schreiben will) - auchgleich es nur das Dritte ist.. aber ich find deine Schreibweise so sympathisch und den Blog so liebevoll, ich muss einfach!

    Ich habe mich ein wenig wiedergefunden in deinem Brief an Weihnachten und empfinde es als traurig, dass für dich diese Tage im Jahr zur Last geworden sind. Es ist weder Weihnachten noch du, die sich verändert haben, sondern eher unsere Gesellschaft. Es geht nur noch um Leistung und Druck, leider auch im Bereich von Konsum - es muss das Beste vom Besten sein. Zwischenmenschliches ist da sehr verloren gegangen, wobei um Weihnachten herum die Zwischenmenschlichkeit doch mehr Bedeutung hat als im restlichen Jahr. Vor einem Monat etwa lief ein Mann mit einem schwerbeladenem Karton herum, der unten plötzlich aufriss und alle Bücher sich auf der Straße verstreuten. Mein Freund und ich rannten sofort zu dem Mann und halfen ihm beim Einräumen der Bücher in den Karton.. meinst du außer uns eilte ihm irgendwer zur Hilfe? Nein - sie guckten nur und gingen weiter! Der Mann hat sich liebevoll bedankt, in fast jedem Satz und wollte sogar uns Bücher schenken, doch ich habe abgelehnt. Zu einem waren die etwa 30 Bücher wieder im Karton und ich wollte nichts rauskramen und zum Anderen ging es mir beim Helfen nicht darum, etwas "Kostenlos abstauben" zu können.

    Ich hoffe aber, dass es dir dieses Jahr gelingen wird dein persönliches Weihnachten wieder zurückzuerobern :)

    Achso.. und ich schreib den Kommentar NICHT um am Gewinnspiel teilzunehmen! Ich brauche nichts und bin auch so zufrieden, also mich bitte nicht (!!) dazuzählen :)

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  5. Liebe Sandra,

    als ich deinen persönlichen Brief an die Weihnacht gelesen habe, saß ich erst einmal ein paar Minuten da und ... ja was? Ich erinnerte mich plötzlich wieder an meine Kindheit, an das Plätzchen backen mit meiner Mutter und meinen Schwestern, an die Spannung wenn man jeden Tag ein Türchen vom Adventskalender öffnen durfte und wusste ... bald ist Weihnachten! Ich erinnerte mich wieder daran, wie fröhlich und glücklich wir alle in dieser Zeit waren! Ich erinnere mich an die Gerüche, nach Zimt, Schokolade und Plätzchenteig die unsere Wohnung durchzogen haben! Ich erinnere mich daran, wie wir alle vor dem Fernseher saßen und uns Weihnachtsgeschichten ansahen ... "Die Geister der Weihnacht" zb!
    Und ich erinnere mich daran wie wir da saßen, mit unseren Kakaos in der Hand, mitten auf dem Küchenboden, vor dem Herd ... in dicke Decken eingewickelt und darauf gewartet haben das die Plätzchen fertig werden! Wir waren zufrieden und glücklich, meine Schwestern und ich! Auch wenn wir wussten das unsere Geschenke kleiner sein würden als die unserer Freunde oder Klassenkameraden! Es war eben nicht viel Geld da ... aber wir waren glücklich in dieser Zeit!

    Und dann ... habe ich geweint! Weil wir Geschwister uns irgendwann im Laufe der Zeit so schlimm zerstritten haben, dass wir nun schon seit Jahren keinen Kontakt mehr haben! Wenn wir uns irgendwo zufällig treffen dann wechseln wir sogar die Straßenseite! Selbst die Geburtstage unserer Mama ziehen sich über 2 Tage, weil wir einfach nicht aufeinander stoßen wollen! Es ist einfach schrecklich! Ich habe durch diese Kindheitserinnerung so schlimm geweint dass mein Mann erschrocken zu mir rannte weil er dachte ich hätte eine schlimme Nachricht erhalten! Ich konnte ihm einfach nicht sagen was los ist weil ich keinen Atem dafür hatte! Er nahm mich in den Arm und lies mich einfach nur weinen! Als ich wieder reden konnte habe ich ihm deinen Brief gezeigt ... und er wusste sofort bescheid!

    Und weißt du was ich getan habe?

    Ich habe ein uraltes Kinderfoto heraus gekramt, das mein Vater einmal heimlich von uns Kindern gemacht hat als wir so friedlich eingemummelt, aneinander gekuschelt, mit unseren Kakaos in den kleinen Händchen, vor dem Ofen saßen ... habe es eingescannt und 3 mal ausgedruckt!
    Ich werde meinen Schwestern dieses Foto schicken, mit einer Einladung zum Weihnachtsessen bei mir ... mit unserer Mama! Und hoffe, dass sie alle kommen werden!

    Ich glaube es wird das schönste Weihnachtsgeschenk für unsere Mutter, wenn sie mit ihren Töchtern einträchtig und versöhnt das Weihnachtsfest feiern kann!

    Ich danke dir, liebe Sandra ... für deinen erinnerungsreichen Brief und wünsche dir eine friedliche und schöne Weihnachtszeit mit deinen Lieben!

    Fühle dich von mir gedrückt ... viele liebe Grüße.

    P.s.: Ich möchte nicht an dem Gewinnspiel teilnehmen, sondern dir einfach danken!

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  6. nun habe ich gelesen und schon überlegt und dann kam der Brief von Miss Sheeva und ich habe ebenfalls geweint auch wenn ich sie nicht kenne, aber das war wirklich schon heftig.


    Meine Erinnerung an dich "liebes" Weihnachten? Wenn ich so recht überlege, habe ich kaum eine. Wenn ich die alten Bilder rausgekramt habe, gibt es es ein bestimmtes Bild das sich für immer in meine Seele eingebrannt hat. Ich strahlend am Weihnachtsbaum und meine Mutter mit verheulten Augen weil uns damals mein Vater verlassen hat. Deswegen habe ich dich wohl verdrängt. Ich wollte früher immer so viel, aber meine Mutter konnte sich auch nicht alles leisten, habe mich mit allem zufrieden gegeben was ich letztendlich bekam und mich nie beschwert. Ich glaube ich habe mich trotz allem immer und immer wieder auf diese Zeit gefreut, natürlich die Plätzchen, das Weihnachtsbaum schmücken, die Lieder und doch hatte ich Angst, denn wenn du vor der Tür gestanden hast musste ich gestriegelt da stehen und funktionieren, Oma hat´s verlangt.

    Aber Sandra und auch die anderen haben Recht, früher war alles besser, du hast Spaß gemacht, man musste sich nicht abhetzen ( wir als Kinder nicht) und alles war besser. und es gab SCHNEE auf den man sich gefreut hat, nicht dieses Matschgeplänkel was es heutzutage gibt, dafür kannst du nichts, das musst du mit Mutter Natur ausdiskutieren.

    Und heute? Ich habe nun auch die Kehrseite der Medallie kennengelernt, Vorweihnachtszeit nicht in der Spielwarenabteilung sondern in einem Geschäft für Wohndekorationen und glaub mir, DA geht es genauso zu wie überall. Ein Drängeln an den Kassen, gehetzte und genervte Blicke und die Menschen haben für nichts mehr Verständnis, für uns Verkäufer erst Recht nicht, denn denen ist egal das wir für dich schon morgens um 6 Uhr anfangen und es ist menschlich das wir auch mal was vergessen, NEIN wir müssen funktionieren, denn die Menschen werden ausfallend wenn mal etwas nicht ausgepackt wurde.

    Und dann? Dann kommen die 3 Tage ( ja eigentlich eine verdammt kurze Zeit für so viel Aufwand) und alle spielen heile Welt. Ich freue mich nicht darauf, denn ich habe dann auch meinen persönlichen Stress, evtl. muss ich arbeiten und gleichzeitig muss ich wie jedes Jahr jeden zufrieden stellen und wenn ich an Heilig Abend bei meiner Mutter bin, muss ich an einem anderen Tag zu meinem Vater und seiner neuen Familie... Freude? Nein, absolut nicht. Und das ich dies alles auch alleine mache, wo doch die vielen Pärchen sich umher tummeln, trägt nicht zur Vorfreude bei!

    Und trotzdem bin ich mit meinen 28 Jahren noch immer irgendwo Kind und freue mich über die Plätzchen und die Crépes und den Glühwein (kinderpunsch ist auch lecker). Und ich mag noch immer überrascht werden mit Geschenken, keiner kann es verstehen also hat sich das in der heutigen Zeit auch erübrigt.... DANKE! Übrigens ist es absolut unlustig das ich Geschenke bekomme an denen das Preisschild noch dran hängt, Das ist meine Gesellschaft ( Verwandtschaft) Konsum muss gezeigt werden...

    Also, alles in allem habe ich keine Erinnerung an dich und insgeheim hoffe ich trotzdem mal wieder auf ein Weihnachten in großer Runde mit viel Essen und Geschenken und unbeschwert sein.... Aber das ist wohl nur ein Wunschgedanke der nie in Erfüllung geht, es wird schlimmer und nicht besser.

    Liebe Grüße an dich :)

    PS: ich weiß nicht ob dies zu einer guten Geschichte gehört, aber das ist meine Erinnerung und mein Eindruck und irgendwie musste das mal an die Weihnacht gesagt werden.

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    1. Achja und ganz wichtig, die Person der ich trotz allem danken muss, die mich durch deine Zeit gebracht hat und mich in dieser Kosum Zeit zu einer bodenständigen Erwachsenen erzogen hat, egal ob es ihr gut oder eben nicht so gut ging, meiner Mama....ich liebe dich.

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  7. Hallo, ich bin über deinen Blog gestolpert und dachte mir wieso erzählst du nicht einmal deine Weihnachtsgeschichte.
    Ich bin zwar erst 14 aber ich hoffe das stört nicht.
    Ich wohne in einem relativ großem Haus, in einem kleinen Dorf in Österreich, im vorderen Teil wohnen meine Großeltern (die Eltern von meiner Mama) und meine Urgroßmutter und im hintern Teil meine Familie und ich (Mama, Papa und mein Bruder).
    Wir feiern immer zusammen, aber seit ca. 2 Jahren feiern wir immer nurmehr zu 6. also meine Großeltern und wir. Weil meine "Urli" schon zu alt ist (93) um die Treppen ins Wohnzimmer nach oben zu steigen, sie ist also seit 2 Jahren nicht mehr dabei, nur bei dem Essen danach, weil die Küche im unterem Stock ist. Das ist aber auch in Ordnung, da das dann wirklich schön ist miteinander zu Essen und zu reden. Nur heuer werden wir nurmehr alleine feiern, nurmehr meine Eltern, mein Bruder und ich. Meine Mama und mein Papa hatten nämlich richtig Streit mit meinen Großeltern und seitdem haben wir kaum mehr Kontakt, zwar sehen wir und jeden Tag, aber wir grüßen uns nur und meine Eltern haben gar keinen Kontakt mehr, ich finde es echt schade, weil Weihnachten das Fest der Liebe ist, bei dem es eigentlich nur um das zusammen sein geht. Und heuer wird alles anders, ich bete oft und hoffe auch, dass sich die Situation ändert, dass alles wieder normal wird. Aber das wird es wahrscheinlich nicht mehr. Manchmal habe ich sogar Angst, dass wenn ich nach Hause komme mir meine Mama sagt, dass jemand von meinen Großeltern gestorben ist oder meine Uroma. Dieser Gedanke geht mir echt oft durch den Kopf, den dann würde ich mir immer Vorwürfe machen zuwenig bei ihnen gewesen zu sein.
    Aber bei diesen Gedanken geben mir meine verstorben Großeltern Kraft, die Eltern von meinem Papa, ich bete jeden Tag und sage ihnen das sie alle beschützen sollen. Und manche Glauben es nicht, aber es funktioniert und es geht mir nach den gebeten besser.
    ich hoffe einfach, dass Weihnachten wieder zur Familienfeier wird, ohne streit und mit allen die ich Liebe.

    Ich wünsche dir ein schönen Wochenende,
    Liebe Grüße Magdalena.

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  8. Nach so vielen schönen Briefen versuche ich mich auch einmal.

    Früher war Weihnachten für mich ein Fest der Familie und der Verwandschaft. Wenn ich mich an die Zeiten zurück erinnere als ich noch ein Kind war, war es immer eine sehr schöne und auch sehr besinnliche Zeit. Mein Papa und ich sind an Weihnachten immer zu meiner Großtante gefahren. Sie war wie ein Oma Ersatz für mich und ein Mutter Ersatz für meinen Papa, weil meine richtige Oma noch vor meiner Geburt gestorben ist. Bei Großtante Erna, gab es immer die besten Plätzchn und ich mochte die kleine Stube mit dem total durchgesessenen Sofa. Dort bekam ich auch immer noch ein Glas Cola. Leider ist sie vor 2 Jahren gestorben und irgendwie fehlt jetzt ein großes Stück. Sie war so ein Herzensguter Mensch und ich vermisse sie, besonders um die Weihnachtszeit.
    Danach sind mein Papa und ich zu meiner Patentante gefahren. Dort gab und gibt es bis heute den besten Tee der Welt und es war und ist immer noch schön mit ihr zusammen zu sitzen und den alten Geschichten zu lauschen, von früher und was sie und mein Papa früher alles "angestellt" haben. Jetzt gerade muss ich wieder schmunzeln, weil ich an die Geschichte denken muss die jedes Jahr auf den Tisch kommt, wo meine Patentante heimlich den Likör von meinem Papa (den er mal gewonnen hat) weggetrunken hat.
    Wenn wir dann wieder heim gefahren sind, hat Mama immer gewartet mit dem typischten Weihnachtsessen der Welt...Würsten und Kartoffelsalat. Das gabs letzes Jahr auch und ich liebe es.
    Später am Abend ging es immer dann zu meinen Großeltern, wo meine ganze Verwandschaft gewartet hat, es wurde gesungen und erzählt und es war einfach schön. Zumindest war es das noch bis vor 10 Jahren. Da war mein Opa noch am Leben und er war immer der Mittelpunkt der Familie. Mit seinem Tod ist die Familie dann nach und nach außeinandergebrochen. Und wenn ich ehrlich bin, ich bin froh, dass wir heute Weihnachten nicht mehr bei meiner Oma feiern. Zu viele Erinnerungen liegen da begraben. Gerade zur Weihnachtszeit vermisse ich Opa sehr. Er war der liebste und ausgelichenste Mensch der Welt. Zufrieden mit dem was er hatte. Ohne ihn ist Weihnachten einfach nicht mehr so wie es war.
    Aber meine Eltern geben mir Kraft für alles, denn ich weiß sie vermissen ihn genauso wie ich auch und denken auch oft an ihn.
    Wir feiern jetzt nur noch hier bei uns, zu Hause. Und das ist wunderschön. Es ist ruhig und besinnlich und ich habe meinen lieben um mich herum und das ist für mich eigentlich das was Weihnachten ausmacht.
    Meine geliebte Katze Maunzerle ist auch vor 4 Jahren gestorben, sehr kurz vor Weihnachten und was soll ich sagen, sie fehlt mir auch. Sie war ein vollwertiges Familienmitglied. Aber irgendwie weiß ich, dass es ihr gut geht und zwar nicht nur ihr sondern allen die bisher schon gegangen sind. Und ich stell mich immer vor, wie alle von oben auf uns herabschauen und sicher oft den Kopf schütteln wenn man wegen Ihnen traurig ist.
    Ich hoffe sehr, dass dieses Weichnachten schön wird. Meine Eltern und ich wenig stress haben werden und die besinnliche Zeit genießen könnten. Vielleicht gibt es dieses Jahr sogar weiße Weihnachten...wer weiß...

    Ich wünsche allen schöne und besinnliche Weihnachten.

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