Sonntag, 3. April 2016

Hinter den Kulissen

Hallo ihr Lieben,

bei Facebook habe ich euch gefragt, ob ihr mehr Einblicke in die wunderbare Welt meiner professionellen Arbeit als Make Up Artist haben möchtet. Ähm, okay.....schrauben wir es mal nicht ganz so hoch :D Aber es ist schon professionell! Und ich bin Make Up Artist!

Make Up Artist darf man sich auch ohne entsprechende Ausbildung nennen. Zum Glück, sage ich da nur. Schön, dass es eine Bezeichnung für die professionellen Unprofessionellen gibt!

Einige von euch bekommen es bestimmt immer mal wieder mit, dass ich gerade in letzter Zeit doch immer mal wieder in Sachen Fotoshootings unterwegs bin. Heute möchte ich euch ein bißchen erzählen, wie sowas abläuft.


Als Make Up Artist braucht man natürlich Fotografen, mit denen man arbeiten kann. Hier gab es schon die ein oder andere nette Kooperation mit verschiedenen Fotografen. Ergeben hat sich das meistens durch Mundpropaganda. Man kennt jemanden, der jemanden kennt.....usw. Natürlich habe ich auch Visitenkarten, die ich hier und da auch mal verteile. Aber ich bin auch noch absolut am Anfang und wer weiß, ob es eine steile Karriere wird oder nicht :)

In letzter Zeit habe ich immer mal wieder mit der talentierten Christine Penner zusammengearbeitet. Ich bewundere ihre Professionalität und ihren Ideenreichtum. Sie hat sich in relativ kurzer Zeit ein gut laufendes Business aufgebaut und ist mit Leidenschaft Fotografin. Ich mag ihren Mut, die Dinge einfach anzugehen und würde mir davon gerne eine Scheibe abschneiden. Denn meine Unsicherheit steht mir hier und da manchmal im Wege. Etwas Angeborenes lässt sich nicht so leicht wegschieben. Aber ich arbeite daran und Christine ist mir dabei eine große Hilfe :)



Vor dem Fotoshooting

Meistens fängt die Planung mit einem Thema an. Bei einer unserer frühesten Projekte war es das Grundthema Fashion. Christine wollte drei Models zu den Themen Darkbeauty, Glamrock und Future ablichten. Sie hat als Fotografin natürlich beste Verbindungen zu zahlreichen Models oder auch Agenturen. Schnell fanden sich drei Mädels, eine Rothaarige, eine Blondine und eine Brünette. Und was macht man als Erstes? Richtig, man gründet eine Whatsapp-Gruppe, um das Shooting mit allen Einzelheiten zu besprechen.

Quelle (Pinterest)

Ungefähr 4 Wochen vorher begannen die Planungen. Welches Model soll zuerst vor Ort sein? Wie lange brauche ich für das Make Up? Und welche Frisur passt dazu? Außer mir als MUA waren auch noch zwei Hairstylisten dabei, was mich sehr glücklich machte. Denn mal ehrlich, ich kann vielleicht ein paar Locken machen und eventuell was flechten. Aber das war´s auch schon! Was Haare angeht, bin ich echt nicht besonders gut. Vielleicht lerne ich das ja noch :)

Um die Looks zu planen, recherchierte ich zu den Themen bei Google und Pinterest und sammelte tausende Inspirationen. Außerdem bestellte ich mir ein Face Chart Buch. Und auch wenn ich nicht wirklich ein Blatt Papier geschminkt habe, so hat es mir doch ein wenig geholfen. Irgendwann wusste ich dann, in welche Richtung die einzelnen Looks gehen sollten. Das beruhigt mich jedesmal, auch wenn ich weiß dass der geplante Look am Ende doch ganz anders aussieht :D




Da der Fokus dieser Shootings auf das Geschminkte reduziert war, sollten die Models einfach nur komplett in schwarzer Kleidung erscheinen. Andernfalls hätten wir noch jedes Outfit geplant, was sicherlich eine Aufgabe für Jenny gewesen wäre. Jenny ist Christine´s Lichtfee und Assistentin und berät auch bei den Outfits. Meistens ist es so, dass jedes Model eine vorher besprochene Auswahl an Kleidung und Accessoires mitbringt und dann dementsprechend ausgewählt wird. Wenn man schon sehr lange als professioneller Fotograf im Bereich Fashion arbeitet, hat man eventuell einen stetig wachsenden Fundus an diverser Kleidung im Studio.


Am Shootingtag

Meistens finden diese Shootings am Wochenende statt, weil dann eben die meisten Menschen Zeit haben. Am Abend vorher packe ich bereits meine Tasche, wasche Pinsel und desinfiziere Produkte. Das dauerte für dieses Shooting etwas länger, weil ich für drei Models packen und Produkte auswählen musste. Ich arbeite mit den Produkten, die ich selber auch benutze. Ich habe (außer bei Mascara) kein Produkt extra nur für die Shootings. Hin und wieder muss ich kurz vor einem Shooting noch ein, zwei Produkte nachkaufen. Oder Ethanol aus der Apotheke besorgen. Das verwende ich, um Produkte und auch Pinsel zu desinfizieren. Vor und nach dem Shooting.

Morgens um kurz vor 10 Uhr trafen wir uns bei Christine zu Hause, denn sie hat auch dort ihr kleines Fotostudio. Vor Ort waren die beiden Models Pia und Sarah, die Hairstylisten Bina und Franzi, Christine natürlich und ihr Freund Stefan, der zwischendurch für´s leibliche Wohl sorgte. Außerdem noch die Mutter von Sarah, die ihre Tochter zu ihrem ersten Shooting begleiten wollte.

Da ich Franzi schon vorher kannte (sie arbeitet bei "meinem" Friseur), besprachen wir zusammen mit Christine Frisur und Make Up bei Pia, die als erste fertig sein sollte. Pia hat knallrote Haare und blasse Haut, die perfekte Darkbeauty! Dann packte ich meine Tasche aus und machte mich unfassbar breit auf dem Tisch. Sorry nochmal, Mädels :D Es war das reinste Chaos! So krass, dass ich irgendwann nicht mehr wusste, wo ich welchen Pinsel abgelegt hatte. Denn man glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit verfliegt, während man schminkt und versucht kreativ zu sein. Ich schminkte also zuerst Pia, während Franzi schonmal die Frisur von Sarah kreierte. Bina war derweil mit Pia´s Haaren beschäftigt. Das war das erste, hektische Arbeiten für mich in dem Bereich. Ich versuchte mich trotzdem zu konzentrieren und zügig zu arbeiten.







Wenn mich jemand fragt, wie lange ich für ein kreatives Make Up brauche, kann ich das nie genau sagen. Mir fällt beim Schminken sehr oft noch so viel ein, dass zum Look passt, so dass ich schnell die Zeit vergesse. Eine Sache, die ich unter Kontrolle bekommen muss. Nicht zuletzt deswegen, weil ich zwischendurch gerade mal eine halbe Tasse Kaffee und einen Keks gefuttert hatte. Denn kaum war Pia fertig, ging es für sie schonmal nebenan ins Fotostudio. Währenddessen nahm Sarah platz auf dem Stuhl. Übrigens ein Hochstuhl, was ich sehr begrüße! Es gibt nichts Schlimmeres, als in gebückter Haltung zu schminken.







Pia

Als ich anfing Sarah zu schminken, schaute ihre Mutter genau zu. Sie wollte vieles wissen und hat mich mit Fragen gelöchert. Das war aber keineswegs schlimm, sondern gab mir mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein während der Arbeit. Es ist immer schön, wenn man mit ein wenig Wissen glänzen kann, oder? :) Während der Look von Pia wegen ihrer knallroten Haare nicht ganz so kreativ ausfiel, habe ich mich bei Sarah etwas mehr ausgetobt. Doch kaum war ich angefangen, stand auch schon das dritte Model, Hannah vor der Tür. Das bedeutete, ich lag nicht gut in der Zeit. Aber herrje, vielleicht gehört das auch irgendwie dazu. Trotz der Hektik gelang mir der Glamrock-Look bei Sarah aber sehr gut. Hannah wurde wärenddessen schonmal mit einer Frisur von Franzi "versorgt". Und ich gab noch eine ordentliche Porton Glitter auf Sarah´s Augenlider :D






Jenny, Franzi und Pia quasi backstage

Sarah


Auf Hannah freute ich mich ganz besonders, denn sie sollte unser Future-Look-Model sein. Und irgendwie hatte ich von Anfang an wahnsinnig große Lust, diesen Look zu schminken. Und ich hatte dafür die meisten Ideen. Und da Bina und Pia bereits gefahren waren, war es auch etwas ruhiger und ich konnte noch einmal alles geben. Und ich muss sagen, auf diesen Look bin ich besonders stolz!

Und endlich konnte ich auch mit ins Studio und Hannah in Aktion bewundern. Franzi veränderte zwischendurch noch ihre Frisur und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Christine war völlig aus dem Häuschen. Toll zu sehen, mit wieviel Leidenschaft alle an dem perfekten Foto arbeiten. Wir konnten kaum ein Ende finden und solange noch genug Ikeadecken und Co.vorhanden sind, gibt es noch endlos viele Fotos zu knipsen :D


Hannah (Facebook)

Irgendwann so gegen 19 Uhr wurden wir dann endlich fertig und da merkte ich erst, wie weh mir die Füße taten. Schließlich hatte ich zwischendurch nicht einmal gesessen. Franzi und ich packten unsere Sachen, während Hannah sich schonmal verabschiedete. Kurze Zeit später wurden wir dann auch abgeholt und ich freute mich auf die Couch. Aber vorher musste natürlich noch meine Tasche ausgepackt, Produkte und Pinsel gereinigt werden. Als MUA hat man es nicht leicht. Mittlerweile hasse ich es, Pinsel zu waschen :P Aber das alles hat sich absolut gelohnt, denn die Ergebnisse sprechen für sich.

Ich möchte gar nicht wissen, wie spannend es für die Models war auf die Fotos zu warten. Denn ich konnte es kaum erwarten, die Ergebnisse unserer Arbeit  zu sehen. Und ein paar Tage später war es auch schon soweit. Christine hatte es tatsächlich geschafft,  aus zahlreichen Fotos die Besten zu bearbeiten und auf ihrer Facebookseite zu präsentieren. Respekt dafür, ich würde Ewigkeiten brauchen, mich zu entscheiden :)

Ein paar abschließende Worte

Ich möchte mich insbesondere bei Christine für ihr Vertrauen bedanken und hoffe, dass wir noch ganz oft tolle Projekte miteinander planen werden. Auch das Team drumherum, besonders Jenny und Franzi habe ich ins Herz geschlossen und ich freue mich auf künftige Shootings mit euch :)
Ich merke einfach, wie ich auch mit jedem Shooting "wachse", routinierter arbeite und über Verbesserungen nachdenke. Mir ist es sehr wichtig, noch professioneller zu werden. Aber es ist auch klar, dass sowas ein wenig Zeit braucht. Schaut euch das Bild an, auf dem ich Sarah schminke. Dieses Grinsen! Ich habe nicht gemerkt, dass ich fotografiert werde. Aber mein Gesichtsausdruck sagt doch alles, oder? DAS ist meine Leidenschaft, ich blühe richtig auf darin und will perfekt werden!

Ich hoffe, das war für euch ein bißchen interessant. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Anregungen in die Kommentare (gerne auch bei Facebook!). Wollt ihr öfters kleine Berichte und Fotos von diesen Projekten? Dann lasst es mich wissen :)


Kommentare:

  1. hey!!! eine MUA Schwester!!! ich muss gestehen, ich wusste nicht, dass du auch als MUA arbeitest und freue mich um so mehr, wenn mal solche Einblicke gezeigt werden! und die Fotos sind richtig cool geworden!!!
    liebe grüße, maya

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    1. Na ja, ich stehe noch ziemlich am Anfang meiner "Karriere". Das meiste ist Tfp. Erstmal steht der Spaß und das Erfahrungen sammeln an erster Stelle. Ich arbeite auf die Regelmäßigkeit zu :)
      Danke dir!

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    2. Danke Maya!

      Sandra, für Dich machen wir beim nächsten Projekt professionellere Making-of Bilder ;) Ein großen Dank für Deine wundervolle Arbeit und die lieben Worte über mich als Fotografin! Ich freue mich sehr auf das nächste Projekt mit Dir!

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